Mit BiblioTTS machen wir historische deutsche Texte hörbar — und der heikelste Schritt dabei ist die Normalisierung: aus „Wiſſenſchaft" muss „Wissenschaft" werden, nicht „Wiffenfchaft". Unser Verfahren ist bewusst regelbasiert, nicht generativ. Es wird nichts erfunden, nichts ergänzt. Aber genau deshalb braucht jede Regel ein menschliches Auge.
Die neue Werkstatt im Dashboard ist der Ort dafür. Sie stellt jedem normalisierten Hörbeispiel das Original gegenüber — mit einem echten Wort-für-Wort-Diff, der zeigt, was die Pipeline verändert hat. Wer prüft, sieht sofort, wo eine Regel greift und wo sie danebenliegt.
Was jetzt neu ist:
Unter der Haube haben wir den Regeltrainer gründlich entrümpelt: Er schlägt nur noch echte Wort-Regeln vor — keine Satzzeichen-Artefakte, keine Fehlinterpretation der historischen Virgel „/", kein generisches „Kauderwelsch". Was als Regel vorgeschlagen wird, ist auch eine.
Das Ergebnis ist ein Workflow, bei dem jede Entscheidung sichtbar, nachvollziehbar und menschlich überwacht bleibt — die Grundlage dafür, dass man den Stimmen von BiblioTTS auch bei 400 Jahre alten Texten vertrauen kann.