Historische Texte sind mehr als eine Aneinanderreihung von Wörtern — ihre Form trägt Bedeutung. Mit v0.79.0 wird die Sprachaufbereitung von BiblioTTS an zwei Stellen deutlich treuer zum Original.

Gedichte bleiben Gedichte. Bisher konnte es passieren, dass die Aufbereitung Verszeilen zu Fließtext zusammenzog — aus einer Strophe wurde ununterscheidbare Prosa, und im Hörbuch ging der Rhythmus verloren. Die Pipeline erkennt Lyrik nun zuverlässig und bewahrt die Zeilen- und Strophenstruktur. In der Sprachausgabe werden Strophen als eigene Abschnitte mit natürlichen Pausen gesprochen — so klingt ein Gedicht wieder wie ein Gedicht.

Eigennamen bleiben, wie sie geschrieben wurden. Die Modernisierung alter Schreibweisen ist heikel, wo sie auf Namen trifft: Eine Regel, die „roth" zu „rot" glättet, machte aus „Dorothee" versehentlich „Dorotee" und aus „Trotha" ein „Trota". Eine Namensliste schützt Eigennamen jetzt vor solchen Eingriffen — die berechtigte Modernisierung gewöhnlicher Wörter bleibt davon unberührt.

Beides sind kleine Stellschrauben mit großer Wirkung für das, worauf es ankommt: eine Hörfassung, die dem historischen Text gerecht wird.