Die Szene zeigt einen glücklichen Augenblick: ein Hochzeitsmahl mit reichlich gedeckten Tischen und das strahlende Brautpaar, das vom König selbst besucht wird. Der Ton ist feierlich und warm; die Erzählerin spricht von ‚Wonnegefühl' und königlicher Leutseligkeit. Die Sätze folgen einem gemächlichen Rhythmus mit ausmalender Syntax – charakteristisch für das Schreiben des 19. Jahrhunderts –, was beim Vorlesen natürlich wirkt und Hörer unmittelbar in eine Szene von Dankbarkeit und öffentlicher Anerkennung versetzt.

Der Auszug

Auch das Mahl war so reichhaltig, dass sich die Tische darunter hätten biegen mögen; und wer könnte sich nicht leicht vorstellen, in welchem Wonnegefühl das liebliche Brautpaar heute gleichsam strahlte. - Nach einiger Zeit fuhr ein königlicher Wagen an, und unter donnerndem Jubel trat der König ein. Auch heute unterhielt er sich wieder mit Jedem gleich leutselig, und das Brautpaar konnte nicht genug seinen Dank aussprechen gegen seines Glückes Gründer, vor dem es nun zum zweiten Mal als solches stand.

Zur Quelle

Der Text stammt aus Der Juhschrei auf der Halseralm – Novelle aus dem bayerischen Gebirgslande (vollständige digitalisierte Ausgabe) von Arndts, Maria (1875) und wurde dem Deutschen Textarchiv entnommen. Für die Vertonung wurde er automatisch normalisiert — historische Schreibweisen werden dabei so weit angeglichen, dass die Sprachsynthese sie korrekt ausspricht, ohne den Wortlaut zu verändern.

Gesprochen von der synthetischen Stimme Helmut - Märchen und Kinderbuch / German Fairytale & Kids Books .