Die Erzählung beginnt mit der Ich-Stimme eines Kindes, das seinen Vater nicht kannte und in einem Haus aufwuchs, in dem fremde Männer verkehrten. Der Ton ist reflektierend und melancholisch; der Erzähler blickt auf frühe Jahre zurück, in denen er sich zurückhielt und von seiner Mutter geschützt wurde. Die Satzstruktur ist geradlinig, die Wortwahl schlicht und direkt – das macht den Einstieg für Hörer sofort zugänglich. Die Erwähnung des Krieges, der diese Besucher zerstreute, deutet an, dass politische Umstände das Leben dieser Familie prägen.

Der Auszug

Meinen Vater habe ich nicht gekannt. Meine Mutter sah viele Männer bei sich, denen ich aufwarten musste, das war meine einzige Arbeit. Ich war träumerisch und achtete gar nicht der freundlichen Reden dieser Männer, meine Mutter schützte mich gegen ihre Zudringlichkeit. Der Krieg hatte diese Herren, die meine Mutter besuchten und bei ihr Hazardspiele heimlich spielten, meist zerstreut; wir lebten zu ihrem Ärger sehr einsam; Freund und Feind waren ihr darum gleich verhaßt, ich durfte keinem eine Gabe bringen, der verwundet oder hungrig vor dem Hause vorüberging.

Zur Quelle

Der Text stammt aus Der tolle Invalide auf dem Fort Ratonneau (vollständige digitalisierte Ausgabe) von von Arnim, Achim (1871) und wurde dem Deutschen Textarchiv entnommen. Für die Vertonung wurde er automatisch normalisiert — historische Schreibweisen werden dabei so weit angeglichen, dass die Sprachsynthese sie korrekt ausspricht, ohne den Wortlaut zu verändern.

Gesprochen von der synthetischen Stimme Kris Klingenberg.