Dieser Ausschnitt zeigt einen höflichen Schriftwechsel über die Verleihung einer Sieges-Medaille. Der König schreibt zunächst in förmlichem Ton, würdigt eine Leistung als welthistorisch bedeutsam und übergibt das Ehrenzeichen. Die Antwort folgt unmittelbar darauf in derselben feierlichen Sprache mit Wendungen wie «ehrfurchtsvollen und tiefgefühlten Dank» und «huldreiche Verleihung». Der Text zeigt die Sprachnorm höfischer Korrespondenz des ausgehenden 19. Jahrhunderts in ihrer vollen Förmlichkeit.
Der Auszug
Meine Beziehungen zu ihm wurden zuerst geschädigt durch einen Ausbruch der Empfindlichkeit, die bei ihm äußerlich durch die volle Höflichkeit guter Erziehung verdeckt wurde, aber doch von einer für den geläufigen und vertraulichen Geschäftsverkehr störenden Schärfe war. Mein damaliger Beistand für vertrauliche Geschäfte, der Geheim-Rat Tiedemann, veranlaßte durch die Form, in der er einen Auftrag während meiner Abwesenheit von Berlin bei dem Grafen ausrichtete, diesen zu einer mir unerwarteten brieflichen Explosion.
Zur Quelle
Der Text stammt aus Gedanken und Erinnerungen (vollständige digitalisierte Ausgabe) von Bismarck, Otto von (1898) und wurde dem Deutschen Textarchiv entnommen. Für die Vertonung wurde er automatisch normalisiert — historische Schreibweisen werden dabei so weit angeglichen, dass die Sprachsynthese sie korrekt ausspricht, ohne den Wortlaut zu verändern.
Gesprochen von der synthetischen Stimme Arno Alder – Calm, Clear, and Comforting.